Adipositas – Fettsucht

Nach der Definition der Deutschen Adipositas Gesellschaft ist Adipositas „ein Zustand, der durch eine übermäßige Ansammlung von Fettgewebe im Körper gekennzeichnet ist. Die Adipositas wird heute als eine chronische Gesundheitsstörung verstanden. Sie beruht auf einer polygenetischen Veranlagung, geht mit einer hohen Begleit- und Folgemorbididtät einher und erfordert ein langfristiges Behandlungs- und Betreuungskonzept. Übergewicht und Adipositas sind in der Bevölkerung epidemisch verbreitet.”

Etwa jeder dritte erwachsene Bundesbürger ist deutlich übergewichtig und sollte aus medizinischen Gründen Gewicht abnehmen. Längst ist unbestritten, dass Übergewicht und Adipositas hohe Kosten für das Gesundheitssystem verursachen. Knapp 5 % aller Gesundheitsausgaben in den Industrieländern werden für die Behandlung der Adipositas und ihrer Folgen aufgewendet.

Bei der Adipositas (lat. adeps = fett) bzw. Fettleibigkeit, Fettsucht, Obesitas (selten Obesität; im engl. aber fast nur „obesity“) handelt es sich um ein starkes Übergewicht, das durch eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes mit krankhaften Auswirkungen gekennzeichnet ist. Eine Adipositas liegt, nach WHO-Definition, ab einem Körpermasseindex (BMI) von 30 kg/m² vor, wobei drei Schweregrade unterschieden werden, zu deren Abgrenzung ebenfalls der BMI herangezogen wird. Indikatoren für den Anteil von Körperfett und dessen Verteilung sind der Bauchumfang und das Taille-Hüft-Verhältnis.

Begünstigende Faktoren für die Adipositas sind:

* Sitzende Tätigkeit
* Geringe Bewegung dank Auto, Fahrstuhl, Rolltreppe
* Passive Freizeit (Fernsehen, Computerspiele)
* Frust, Langeweile, Stress: Essen als Übersprungshandlung
* Waren-Überangebot
* Essen als Ersatz für emotionale und persönliche Zuwendung
* Erziehung: „Der Teller wird leer gegessen“, „Iss was, dann wirst du was!“
* keine gemeinsamen Mahlzeiten
* negative Vorbilder: Übergewichtige Eltern haben oft übergewichtige Kinder
* Fastfood: Portionengröße, Essgeschwindigkeit, zu hoher Fett-, Salz- und Zuckergehalt, dabei nicht ausreichend sättigend.
* Geschmacksverstärker Glutamat (kann Appetit anregen)
* Farb- und Geruchsstoffe, die das Essen appetitlicher erscheinen lassen
* Werbung für Süßes und Fettes
* Geschmacksprägung durch Zuckerzusatz (Softdrinks, Baby-Nahrung, gesüßter Tee; selbst Würste (!) enthalten Zuckerstoffe)
* Jo-Jo-Effekt nach einer Diät (durch Rückfall in alte Essgewohnheiten)
* Übergewicht als Schönheitsideal bzw. Zeichen für Wohlstand in manchen Kulturen
* fehlende Aufklärung, Mangel an alternativen Produkten